Das Wichtigste in Kürze
- SRT ist das einfachste Format und wird am häufigsten akzeptiert. Nehmen Sie es, wenn Sie Dateien auf eine Plattform hochladen oder in ein Schnittprogramm importieren.
- VTT wurde für Videos im Web gebaut. Nutzen Sie es auf Ihrer eigenen Website oder immer dann, wenn Sie Untertitel frei positionieren, gestalten oder mit Sprecher-Tags versehen wollen.
- Da sich die Dateien so ähnlich sind, lassen sie sich leicht ineinander umwandeln. Von VTT zu SRT gehen allerdings alle Formatierungen verloren, und das Trennzeichen im Zeitcode muss geändert werden.
- Speichern Sie beide Formate immer mit UTF-8-Kodierung ab, damit Hebräisch und Arabisch richtig angezeigt werden.
- Verarbeitet eine Plattform keines der beiden Formate sauber, brennen Sie die Untertitel am besten fest ins Video ein.
Was sind SRT und VTT?
Beides sind Untertiteldateien. Als einfache Textdokumente ordnen sie jeder gesprochenen Zeile eine Start- und eine Endzeit zu. Der Videoplayer liest diese Datei aus und blendet den Text im richtigen Moment ein. Video- oder Audiodaten stecken in keinem der beiden Formate.
SRT stammt ursprünglich aus dem Programm SubRip, ist älter und bewusst schlicht gehalten. VTT steht kurz für WebVTT, wurde eigens für das Web entwickelt und ist als W3C-Spezifikation festgelegt. Die meisten Untertitel-Programme können beide Formate lesen und schreiben.1
Wie unterscheiden sich die beiden Dateien im Aufbau?
Eine SRT-Datei reiht einzelne Textblöcke aneinander. Jeder Block beginnt mit einer fortlaufenden Nummer. Darunter steht die Zeile mit Start- und Endzeit, verbunden durch einen Pfeil, gefolgt von einer oder zwei Zeilen Text und einer Leerzeile. Vor den Millisekunden steht ein Komma. Eine Kopfzeile gibt es nicht.
Eine VTT-Datei muss immer mit der Zeile WEBVTT beginnen. Die Blöcke darunter brauchen keine fortlaufende Nummer, können aber eine optionale Kennung tragen. Vor den Millisekunden steht hier ein Punkt, und solange die Stunde null ist, darf man sie weglassen. Außerdem erlaubt VTT redaktionelle Notizen (Kommentare) sowie Cue-Einstellungen direkt hinter dem Zeitstempel in derselben Zeile.
Im Alltag hängt es oft an einem einzigen Zeichen oder einer vergessenen Zeile, ob sich eine Datei öffnen lässt. Viele Player lehnen VTT-Dateien ab, wenn die Kopfzeile fehlt, oder streiken bei SRT-Dateien mit Punkten im Zeitstempel. Klappt ein Upload nicht, öffnen Sie die Datei zuerst im Texteditor und schauen Sie sich die ersten Zeilen und den ersten Zeitstempel an, bevor Sie woanders nach dem Fehler suchen.
Welches Format unterstützt Styling und Positionierung?
Mit VTT haben Sie deutlich mehr Spielraum. Über die Cue-Einstellungen legen Sie fest, ob der Text oben oder unten im Bild steht, ob er links, rechts oder mittig ausgerichtet wird und wie breit die Zeile sein darf. Ein Voice-Tag gibt an, wer gerade spricht, und über einen CSS-Block lassen sich in unterstützten Playern sogar Farben und Schriften anpassen.1
SRT verzichtet bewusst auf fast jede Formatierung. Manche Player verstehen zwar einfache Befehle für fetten, kursiven oder unterstrichenen Text, verlassen kann man sich darauf aber nicht. Sollen Ihre Untertitel wirklich überall gleich aussehen, brennen Sie sie direkt ins Video ein.
Welche Plattformen akzeptieren welches Format?
Im Browser gibt VTT den Ton an. Das HTML-Element track, mit dem man Untertitel auf einer Webseite an ein Video hängt, baut auf WebVTT auf. Wer Videos über einen nativen HTML-Player auf der eigenen Seite einbindet, fährt mit einer VTT-Datei richtig.2
SRT ist das universelle Austauschformat. Die meisten Schnittprogramme, sozialen Netzwerke, Hosting-Dienste und Untertitel-Tools lesen es anstandslos ein. Fragt ein Upload-Formular nach einer Untertiteldatei, ist SRT deshalb die sicherste Standardwahl. Nimmt eine Plattform mehrere Formate an, lohnt sich ein Blick in die Dokumentation, denn die Vorgaben unterscheiden sich und können sich mit der Zeit ändern.
Aus KolWrite exportieren Sie Ihr bearbeitetes Transkript wahlweise als SRT oder VTT, in der Originalsprache oder übersetzt. Alternativ brennt das Tool die Untertitel auch direkt in die Videodatei ein.
Lassen sich die Formate ineinander umwandeln?
Ja, das Umwandeln ist größtenteils reine Fleißarbeit: Kopfzeile einfügen oder löschen, in den Zeitstempeln Kommas und Punkte gegeneinander tauschen und die laufenden Nummern entweder streichen oder als Kennung stehen lassen. Bei einer kurzen Datei reicht dafür ein einfacher Texteditor. Spezialisierte Untertitel-Tools wandeln solche Dateien in einem einzigen Schritt um.
Beim Weg von SRT zu VTT geht nichts verloren. Umgekehrt, also von VTT zu SRT, fallen sämtliche Positionierungen, Voice-Tags und Stilangaben weg. Laden Sie die fertige Datei nach jedem Umwandeln kurz in einen Videoplayer und prüfen Sie stichprobenartig die ersten, mittleren und letzten Zeilen.
Was gilt für Hebräisch und Arabisch?
Speichern Sie beide Formate immer mit der Kodierung UTF-8. Bei anderen Kodierungen bleibt von hebräischen und arabischen Buchstaben oft nur eine Reihe Fragezeichen übrig. Um die Schreibrichtung kümmert sich allerdings der Player und nicht die Datei selbst. Stehen englische Wörter oder Zahlen im Satz, rutschen Satzzeichen deshalb in beiden Formaten leicht ans falsche Zeilenende.
Sehen Sie sich solche Passagen vorab genau in dem Player an, in dem das Video später laufen soll, und korrigieren Sie den Text vor dem Export. Warum dieser Effekt auftritt und wie Sie ihn beheben, lesen Sie in unserem Leitfaden für rechtsläufige Untertitel.
Wie entscheiden Sie sich in der Praxis?
Richten Sie sich danach, wo die Datei am Ende landet. Für Videoplattformen und Schnittprogramme nehmen Sie SRT, für die eigene Website VTT. Brauchen Sie eigene Schriften, Farben oder eine bestimmte Position im Bild, greifen Sie ebenfalls zu VTT, prüfen aber vorher, ob Ihr Player das auch mitmacht. Und wenn der Text auf jedem Bildschirm exakt gleich aussehen muss, brennen Sie die Untertitel fest ins Video ein.
Im Zweifel legen Sie sich einfach beide Dateien ab. Untertiteldateien brauchen kaum Speicherplatz, und Sie sparen sich später Arbeit, falls eine andere Plattform doch nach dem anderen Format verlangt.
Gehen Sie vor dem Hochladen kurz vier Punkte durch: Ist die Datei in UTF-8 gespeichert? Sind Dateiname und Sprachkürzel eindeutig? Passen der erste und der letzte Untertitel genau zum Ton? Und hält jede Zeile das Zeichenlimit der Plattform ein? Fünf Minuten Kontrolle am Text sparen Ihnen die Zeit, ein ganzes Video noch einmal hochzuladen und neu verarbeiten zu lassen.
Häufige Fragen
Ist VTT besser als SRT?
Pauschal lässt sich das nicht sagen. VTT beherrscht Positionierung, Styling und Sprecher-Tags und ist der Standard für Videos im Web. SRT ist einfacher gestrickt und wird dafür fast überall angenommen.
Kann ich SRT auf meiner Website verwenden?
Native HTML-Player im Browser verlangen VTT. Viele Drittanbieter-Player und Hosting-Dienste nehmen zwar auch SRT an, aber sobald Sie das HTML-Element track direkt nutzen, brauchen Sie eine VTT-Datei.
Wie wandle ich SRT in VTT um?
Schreiben Sie ganz oben WEBVTT in die erste Zeile, ersetzen Sie in allen Zeitstempeln das Komma vor den Millisekunden durch einen Punkt und löschen Sie bei Bedarf die laufenden Nummern. Jedes Untertitel-Tool erledigt das auch automatisch für Sie.
Unterstützen SRT und VTT Hebräisch und Arabisch?
Ja, solange Sie die Datei mit UTF-8-Kodierung abspeichern. Schauen Sie sich aber alle Zeilen genau an, in denen Text von rechts nach links auf englische Wörter oder Zahlen trifft, weil dort Satzzeichen verrutschen können.
Kann KolWrite beide Formate exportieren?
Ja. KolWrite gibt Ihr bearbeitetes Transkript sowohl als SRT als auch als VTT aus und kann die Untertitel auf Wunsch auch direkt ins Video einbrennen.