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Untertitel

Untertitel-Regeln: Zeilenlänge, Lesetempo und Timing

Gute Untertitel liest man ganz nebenbei. Dahinter stecken ein paar klare Vorgaben: kurze Zeilen, genug Standzeit und Umbrüche, die dem Sinn folgen. Hier sind die wichtigsten Regeln aus der Praxis und warum es sie gibt.

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Untertitel und Transkript kommen aus demselben Export.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nutzen Sie höchstens zwei Zeilen mit je rund vierzig Zeichen. Kurze Zeilen erfassen die Augen schneller als breite.
  • Entscheidend ist das Lesetempo. Für Erwachsene sind fünfzehn bis zwanzig Zeichen pro Sekunde üblich, für Kinder oder bei schwierigen Inhalten weniger.
  • Lassen Sie jeden Untertitel mindestens eine Sekunde lang stehen, aber selten länger als sechs oder sieben Sekunden.
  • Brechen Sie Zeilen an natürlichen Sprechpausen um und reißen Sie Wortgruppen nicht auseinander. Namen oder kurze Ausdrücke gehören immer in eine Zeile.
  • Die Vorgaben weichen je nach Auftraggeber und Plattform leicht ab. Halten Sie sich an den jeweiligen Styleguide und testen Sie Ihre Datei im Videoplayer.

Warum gibt es überhaupt Regeln für Untertitel?

Wer ein Video mit Untertiteln schaut, macht drei Dinge gleichzeitig: lesen, auf das Bild achten und zuhören. Jede Sekunde, die das Auge am Text hängt, fehlt für das Bild. Gute Regeln halten den Leseaufwand klein, damit der Text das Video begleitet und ihm nicht die Aufmerksamkeit stiehlt.

Solche Vorgaben sind keine starren Gesetze. Es sind Erfahrungswerte von professionellen Untertitlern und Fernsehsendern, die heute in den Styleguides von Kunden und Plattformen stehen. Die genauen Zahlen schwanken von Richtlinie zu Richtlinie ein wenig, aber das Prinzip bleibt immer gleich.

Wie lang darf eine Untertitelzeile sein?

Üblich sind vierzig bis zweiundvierzig Zeichen pro Zeile, Leer- und Satzzeichen mitgezählt, verteilt auf höchstens zwei Zeilen. Manche Styleguides geben für kleinere Bildschirme noch weniger Zeichen vor. Bei kürzeren Zeilen müssen die Augen weniger wandern, und der Text fügt sich ruhiger unter das Bild ein.

Kurze Sätze gehören in eine einzige Zeile. Reicht das nicht, nehmen Sie zwei Zeilen, die entweder etwa gleich lang sind oder bei denen die obere kürzer ist, damit sie weniger vom Bild verdeckt. Wenn Sie eine dritte Zeile bräuchten, teilen Sie den Untertitel fast immer besser in zwei eigene Einblendungen auf.

Wie schnell können Zuschauer Untertitel lesen?

Gemessen wird das Lesetempo in Zeichen pro Sekunde: Man teilt die Zahl der Zeichen durch die Standzeit des Untertitels. Die meisten professionellen Richtlinien setzen für Erwachsene fünfzehn bis zwanzig Zeichen pro Sekunde an. Für Kinder, bei dichter oder fachlicher Sprache und für Zuschauer, die in einer Zweitsprache lesen, sollten Sie darunter bleiben.

Spricht jemand schneller, als man lesen kann, passt nicht jedes Wort in den Untertitel. Kürzen Sie den Text in solchen Fällen. Streichen Sie Füllwörter, Satzabbrüche und Wiederholungen. Wichtig ist, dass Aussage und Tonfall erhalten bleiben. Den übrigen Kontext liefern Bild und Ton.

Hier hilft einfaches Nachrechnen. Bei siebzehn Zeichen pro Sekunde braucht ein zweizeiliger Untertitel mit achtundsechzig Zeichen rund vier Sekunden auf dem Bildschirm. Spricht die Person den Satz aber in zweieinhalb Sekunden, haben Sie zwei Möglichkeiten: Entweder Sie kürzen den Text auf etwa zweiundvierzig Zeichen, oder Sie lassen den Untertitel etwas länger stehen, falls der nächste Satz das zulässt. Rechnen Sie kurz nach, sobald sich ein Untertitel gehetzt anfühlt.

Wie lange sollte ein Untertitel stehen und wann sollte er erscheinen?

Selbst ein einzelnes Wort braucht einen Moment, bis das Auge es wahrnimmt. Eine Sekunde gilt deshalb als übliche Mindestdauer. Bleibt ein Untertitel dagegen länger als sechs oder sieben Sekunden stehen, wirkt er starr und sollte gekürzt oder aufgeteilt werden. Lassen Sie zwischen zwei Untertiteln außerdem ein paar Einzelbilder (Frames) Pause, damit das Auge merkt, dass ein neuer Text da ist.

Ein Untertitel sollte genau dann erscheinen, wenn jemand zu sprechen beginnt, und kurz nach dem letzten Wort wieder verschwinden. Liegt ein Bildschnitt kurz vor oder nach dem Wechsel, legen Sie den Untertitel auf den Schnitt. Nehmen Sie die Zeitstempel aus einem automatischen Transkript nur als Rohfassung und stellen Sie sich darauf ein, Start- und Endzeiten um Sekundenbruchteile nachzuziehen.

Wo sollte man eine Zeile umbrechen?

Brechen Sie Zeilen nach dem Sinn um, nicht einfach dort, wo das Zeichenlimit voll ist. Was zusammengehört, bleibt zusammen: Artikel und Substantiv, Adjektiv und Substantiv, Präposition und Objekt, Vor- und Nachname sowie Hilfsverb und Vollverb. Am besten liegt der Umbruch nach einem Satzzeichen oder direkt vor einer Konjunktion.

Lesen Sie jeden zweizeiligen Untertitel zur Probe durch. Bildet die obere Zeile einen eigenen Gedanken, an den die untere glatt anschließt, sitzt der Umbruch. Stocken Sie beim lauten Vorlesen, sollten Sie an einer anderen Stelle trennen.

Gelten für Hebräisch und Arabisch andere Regeln?

Die Grundregeln bleiben dieselben, aber durch die Schrift zählt man die Zeichen anders. Hebräisch wird meist ohne Vokale geschrieben und hängt kurze Präfixe direkt an das Wort. Vierzig Zeichen fassen im Hebräischen deshalb mehr Wörter als im Englischen. Im Arabischen ändern Buchstaben ihre Form, je nachdem, wo sie im Wort stehen. Kommen im Arabischen oder Hebräischen englische Wörter oder Ziffern vor, verrutschen leicht die Satzzeichen. Prüfen Sie jede Zeile mit gemischten Schriften einzeln mit dem Auge.

Gibt Ihr Auftraggeber keine eigenen Werte für Hebräisch oder Arabisch vor, schauen Sie in die Sprachrichtlinien der Zielplattform und bitten Sie um eine freigegebene Beispieldatei. In KolWrite können Sie den Text bearbeiten, bevor Sie ihn als SRT oder VTT exportieren oder fest in das Video einbrennen. Schauen Sie sich das Ergebnis immer bei laufendem Video an, denn erst im Player sehen Sie, wie die Zeilen wirklich dargestellt werden.

Häufige Fragen

Wie viele Zeichen pro Zeile sollten Untertitel haben?

Üblich sind vierzig bis zweiundvierzig Zeichen pro Zeile inklusive Leerzeichen, bei höchstens zwei Zeilen. Schauen Sie aber immer in den Styleguide Ihres Auftraggebers oder der jeweiligen Plattform.

Welche Lesegeschwindigkeit sollte ich anstreben?

Für Erwachsene sind fünfzehn bis zwanzig Zeichen pro Sekunde der Standard. Gehen Sie mit dem Tempo herunter, wenn Sie für Kinder, zu Fachthemen oder für ein Publikum untertiteln, das in einer Zweitsprache liest.

Wie lange sollte ein einzelner Untertitel eingeblendet bleiben?

Lassen Sie einen Untertitel mindestens etwa eine Sekunde lang stehen, aber selten länger als sechs bis sieben Sekunden. Längere Passagen teilen Sie in mehrere Untertitel auf.

Sollten Untertitel jedes gesprochene Wort exakt wiedergeben?

Nicht, wenn schnell gesprochen wird. Kürzen Sie den Dialog, indem Sie Füllwörter und Wiederholungen weglassen, sodass der Sinn erhalten bleibt.

Kann ich das Timing nach dem Exportieren noch anpassen?

Ja. SRT- und VTT-Dateien lassen sich in jedem Text- oder Untertitel-Editor öffnen und nachbearbeiten. Einfacher ist es allerdings, Text und Timing schon vor dem Export fertigzumachen.

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