Das Wichtigste in Kürze
- Eingebrannte Untertitel (auch Open Captions oder Hardcoded Subtitles) sind Teil des Videobildes. Alle sehen genau denselben Text, und niemand kann ihn ausschalten.
- Closed Captions liegen in einer eigenen Datei oder Spur. Wer zuschaut, kann sie ein- und ausblenden und oft auch das Aussehen oder die Sprache ändern.
- In sozialen Netzwerken laufen Videos meist ohne Ton an. Für kurze Hochformat-Clips passen deshalb eingebrannte Untertitel. Bei längeren Videos und für die Barrierefreiheit sind Closed Captions im Vorteil.
- Einen Tippfehler in eingebrannten Untertiteln bekommen Sie nur weg, indem Sie das ganze Video neu exportieren. Lesen Sie den Text vor dem Einbrennen also gründlich Korrektur.
- Am besten heben Sie beides auf: eine saubere Untertiteldatei für Plattformen mit eigenen Untertitelspuren und ein Video mit eingebrannten Untertiteln für alle anderen Kanäle.
Was ist der Unterschied zwischen eingebrannten Untertiteln und Closed Captions?
Eingebrannte Untertitel werden direkt in die Einzelbilder des Videos gerechnet. Nach dem Export lässt sich der Text genauso wenig vom Bild trennen wie ein eingeblendetes Logo in der Ecke. Man nennt sie auch Open Captions, weil sie immer offen zu sehen sind, oder Hardcoded Subtitles.
Closed Captions kommen getrennt vom Video als eigene Spur oder Begleitdatei, zum Beispiel als SRT oder VTT. Der Mediaplayer blendet sie dann über das Bild ein. Wer zuschaut, schaltet sie nach Bedarf ein oder aus und kann in vielen Playern auch Schriftgröße, Farbe oder Sprache einstellen. Weil sie sich ausblenden lassen, heißen sie Closed Captions.
Im Englischen bedeuten die Begriffe Caption und Subtitle je nach Region etwas anderes. In diesem Leitfaden stehen Captions für Fassungen, die für Menschen gedacht sind, die den Ton nicht hören können; deshalb enthalten sie neben dem gesprochenen Text auch wichtige Geräusche. Subtitles übersetzen dagegen das Gesprochene in eine andere Sprache für Zuschauende, die den Ton zwar hören, aber die Sprache nicht verstehen.1
Wie sieht es mit der Barrierefreiheit aus?
Für gehörlose und schwerhörige Menschen sind Untertitel unverzichtbar, und auch vielen anderen helfen sie weiter. Internationale Richtlinien für Webinhalte geben für aufgezeichnete Videos mit Ton Untertitel vor. Das müssen nicht zwingend Closed Captions sein: Auch Open Captions erfüllen den Standard, solange sie inhaltlich stimmen, synchron laufen und gut lesbar sind.2
Trotzdem haben Closed Captions klare Vorteile. Wer zuschaut, kann Schriftgröße und Farben selbst anpassen, Hilfsprogramme können die Textdatei direkt auslesen, und Sie können einem einzigen Video gleich mehrere Sprachen mitgeben. Für Lernvideos, die Unternehmenskommunikation oder öffentliche Stellen ist eine Closed-Caption-Spur meist die flexiblere Lösung. Da die gesetzlichen Vorgaben je nach Land und Branche unterschiedlich sind, fragen Sie am besten eine qualifizierte Fachkraft für Barrierefreiheit, was für Ihre Arbeit gilt.
Was bedeutet die Wahl für das Bearbeiten und für Korrekturen?
Eine Closed-Caption-Datei besteht aus reinem Text. Ein Tippfehler ist damit in einer Minute erledigt: Sie öffnen die Datei, ändern das Wort und laden sie neu hoch. Die Videodatei selbst fassen Sie gar nicht an.
Ein eingebrannter Untertitel steckt fest in den Pixeln des Videos. Wer einen Tippfehler ausbessern will, muss den Text ändern, das gesamte Video neu exportieren und wieder hochladen. Deshalb steht gründliches Korrekturlesen an erster Stelle. Prüfen Sie vor dem Einbrennen besonders Namen, Zahlen und alle Zeilen, in denen verschiedene Sprachen gemischt werden.
Heben Sie die separate Untertiteldatei nach dem Export immer auf, auch wenn Sie die Untertitel ins Video eingebrannt haben. Diese Datei ist Ihre Vorlage für spätere Übersetzungen, andere Plattformen oder neue Schnittfassungen.
Helfen eingebrannte Untertitel bei Hebräisch und Arabisch?
Das können sie tatsächlich. Wenn Text mit Schreibrichtung von rechts nach links auf englische Wörter oder Zahlen trifft, würfeln normale Mediaplayer manchmal die Satzzeichen durcheinander. Weil ein eingebrannter Untertitel beim Export fest ins Bild gerechnet wird, sehen am Ende alle genau das Layout, das Sie freigegeben haben, unabhängig vom Gerät oder Player.
Schauen Sie sich die Vorschau trotzdem genau an, denn jeder Darstellungsfehler bleibt nach dem Einbrennen dauerhaft im Video. Achten Sie besonders auf Zeilen, die auf ein englisches Wort enden, Zahlen enthalten oder auf zwei Zeilen umbrechen.
Testen Sie das Video auf den Bildschirmen, die Ihr Publikum wirklich nutzt: auf einem hochkant gehaltenen Smartphone, einem Tablet und einem Computermonitor. Die Schrift muss auch auf dem kleinsten Display gut lesbar sein und sich klar genug von unruhigen Hintergründen abheben. Ein leichter Schlagschatten oder ein halbtransparenter Kasten hinter dem Text hilft dabei meistens.
Wie sieht ein praktischer Arbeitsablauf für beides aus?
Transkribieren Sie zuerst das Video und lesen Sie den Text Korrektur. Exportieren Sie dann eine saubere SRT- oder VTT-Datei. Die behalten Sie als Master-Vorlage und laden sie auf Plattformen hoch, die Closed-Caption-Spuren unterstützen. Danach brennen Sie die Untertitel in eine Kopie des Videos ein, und zwar für Kanäle, auf denen Sie volle visuelle Kontrolle wollen (wie vertikale Social-Media-Feeds), oder auf denen separate Untertiteldateien nicht unterstützt werden.
KolWrite erledigt diese Schritte aus einem einzigen Transkript heraus: Es exportiert SRT- und VTT-Dateien, übersetzt zwischen den unterstützten Sprachen und brennt fertig gestaltete Untertitel direkt ins Video ein. Da bei einer automatischen Transkription immer Fehler passieren können, prüfen Sie den Text vor dem Veröffentlichen in jedem Fall noch einmal.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Open und Closed Captions?
Open Captions sind fest in das Videobild eingebrannt und immer zu sehen. Closed Captions werden als eigene Spur mitgeliefert, sodass Zuschauende sie nach Bedarf ein- oder ausschalten können.
Können Zuschauende eingebrannte Untertitel ausschalten?
Nein, sie sind fest im Videobild verankert. Wenn Ihr Publikum die Untertitel ausblenden können soll, müssen Sie stattdessen eine Closed-Caption-Datei bereitstellen.
Was ist besser für Instagram und TikTok?
Eingebrannte Untertitel passen gut zu kurzen, vertikalen Videos, die meist ohne Ton starten. Außerdem können Sie dabei die Schrift frei gestalten. Prüfen Sie das Video vorab auf dem Smartphone und halten Sie den Text von den Bedienelementen der App fern.
Kann ich einen Tippfehler in eingebrannten Untertiteln korrigieren?
Nur, indem Sie den Text ändern und das ganze Video noch einmal exportieren. Lesen Sie vor dem Einbrennen also gründlich Korrektur und behalten Sie immer eine Kopie der separaten Untertiteldatei.
Brauche ich Closed Captions für die Barrierefreiheit?
Richtlinien zur Barrierefreiheit verlangen genaue, synchrone Untertitel, schreiben aber kein bestimmtes technisches Format vor. Closed Captions sind jedoch flexibler für Hilfsprogramme und eigene Einstellungen der Zuschauenden. Eine Fachkraft für Barrierefreiheit kann Ihnen sagen, was in Ihrem konkreten Fall gefordert ist.
Was passt besser für Social-Media-Videos?
Kurze Clips in Social-Media-Feeds starten meistens stumm, und viele Leute schauen an Orten zu, an denen sie den Ton schlecht aufdrehen können. Wenn Sie die Untertitel direkt ins Bild einbrennen, sind sie sofort und genau in Ihrem Design da. Sie müssen sich nicht darauf verlassen, dass die Plattform eine separate Spur lädt.
Bei eingebrannten Untertiteln bestimmen Sie außerdem die Optik selbst, etwa mit großer Schrift, farblich hervorgehobenen Wörtern passend zum Sprechtempo oder Ihren Markenfarben. KolWrite kann solche gestalteten Untertitel samt aktiver Worthervorhebung direkt in vertikale 9:16-Videos für Reels, TikTok und YouTube Shorts einbrennen.
Achten Sie aber genau darauf, wo der Text steht. Jede Social-Media-App legt am Rand eigene Buttons und Beschreibungstexte über das Bild. Lassen Sie deshalb unten und an den Seiten genug Platz und schauen Sie sich das fertige Video zur Probe auf dem Smartphone an.