Das Wichtigste in Kürze
- KolWrite Watch Recorder läuft eigenständig auf der Uhr. Ihr iPhone muss nicht in der Nähe sein.
- Ein Fingertipp startet die Aufnahme, und sie läuft auch weiter, wenn das Display ausgeht.
- Für die Aufnahme selbst brauchen Sie kein Netz. Später lädt die Uhr die Audiodatei zur Cloud-Transkription in Ihr KolWrite-Konto hoch.
- Weil das Mikrofon einer Uhr weiter vom Mund entfernt ist als ein Telefon, kommt es auf die Platzierung an.
- Es gibt keine Live-Untertitel, und automatische Transkripte enthalten Fehler, die Sie gegenprüfen sollten.
Warum mit einer Uhr aufnehmen?
Weil sie bereits am Handgelenk ist. Wer ein Telefon nutzt, muss es erst aus der Tasche holen, den Bildschirm entsperren und die passende App suchen. Bei einer Uhr heben Sie das Handgelenk und tippen einmal. Gerade in den Momenten, die man im Nachhinein am häufigsten vermisst, etwa ein Gedanke beim Spazierengehen, eine mündliche Anweisung oder ein wichtiger Punkt am Ende einer Besprechung, entscheidet dieser Unterschied darüber, ob die Aufnahme überhaupt zustande kommt.
Eine Uhr stört außerdem weniger. Liegt ein Telefon auf dem Tisch, zieht es Blicke auf sich, und manche Gesprächspartner reden plötzlich gehemmt. Ein Aufnahmegerät am Handgelenk vergisst man schnell. Deshalb ist es nur fair, anderen Bescheid zu sagen, wenn Sie aufnehmen.
Wie funktioniert die Aufnahme auf der Uhr?
KolWrite Watch Recorder ist eine eigenständige App für die Apple Watch ab watchOS 10. Sie brauchen dafür keine App auf dem iPhone. Tippen Sie auf Aufnahme, zeigt die Uhr den Audiopegel und die laufende Zeit an. Sie können jederzeit pausieren und weitermachen. Auch wenn das Display dunkel wird oder Sie die App wechseln, nimmt die Uhr weiter auf. Kommt ein Anruf dazwischen oder springt die Tonausgabe auf ein anderes Gerät um, macht die App danach von selbst weiter.
Wird der Speicher auf der Uhr knapp, beendet die App die Aufnahme automatisch und gibt Ihnen Bescheid, statt die Datei unbemerkt zu verlieren. Sie können eine Aufnahme sogar starten, bevor Sie sich angemeldet haben. Das Audio bleibt dann auf der Uhr gespeichert, bis es hochgeladen werden kann.
Wie gelingt ein klarer Ton über das Mikrofon am Handgelenk?
Das Mikrofon einer Uhr ist klein und sitzt am Handgelenk. Meistens ist es damit weiter von der sprechenden Person weg als ein Telefon in der Hand. Dieser Abstand ist das größte Hindernis für klaren Ton, richten Sie Ihr Handgelenk deshalb bewusst aus.
Setzen Sie sich in Vorlesungen möglichst weit nach vorn. Legen Sie den Arm so auf den Tisch, dass das Zifferblatt nach oben oder seitlich zu den Vortragenden zeigt. Auch im Meeting liegt das Handgelenk am besten auf dem Tisch, ausgerichtet auf die Personen, die am meisten reden. Für eine eigene Sprachnotiz heben Sie den Arm und sprechen direkt in die Uhr. Ärmel und Armbänder dürfen die Mikrofonöffnung nicht verdecken, und klopfen Sie nicht mit dem Handgelenk auf die Tischplatte, während andere reden.
Machen Sie vor einem wichtigen Termin eine Probeaufnahme von 30 Sekunden, laden Sie sie hoch und schauen Sie sich das Transkript an. Daran sehen Sie, wie Ihre Uhr und Ihr Sitzplatz zusammenspielen, und das ist deutlich verlässlicher als bloßes Raten.
Welche Aufnahmen eignen sich für eine Uhr?
Kurze, spontane Aufnahmen klappen sehr gut: ein Gedanke unterwegs, eine eingesprochene Aufgabenliste, eine Wegbeschreibung von Kollegen oder ein kurzes Fazit direkt nach einem Gespräch. Genauso praktisch ist die Uhr in Vorlesungen und Vorträgen, wenn ein Telefon auf dem Tisch stören würde oder Sie beide Hände zum Mitschreiben brauchen.
Bei langen, wichtigen Runden mit vielen Leuten wie einer Vorstandssitzung oder einem formellen Interview nehmen Sie besser ein Telefon oder ein eigenes Mikrofon, das näher an den Stimmen liegt. Der Ton wird damit sauberer. Die Uhr taugt dann als zusätzliche Sicherung oder für Momente, in denen Sie eigentlich gar nicht aufnehmen wollten.
Wie wird aus einer Aufnahme ein Transkript?
Die Uhr schickt die Audiodatei direkt über ihr eigenes WLAN oder das Mobilfunknetz an Ihr KolWrite-Konto, ganz ohne gekoppeltes iPhone. Transkription, Übersetzung und Zusammenfassungen laufen in der Cloud über Ihr Konto; die Uhr selbst wandelt keinen Text um. Darum können Sie auch ohne Netz aufnehmen, sehen das fertige Transkript aber erst, wenn die Datei hochgeladen ist.
Für die Verarbeitung in der Cloud brauchen Sie ein aktives Konto, eine Internetverbindung und einen passenden Tarif mit freiem Guthaben. Sobald der Text fertig ist, bekommen Sie eine Mitteilung und können das Transkript mit Zeitstempeln direkt am Handgelenk lesen. Weil die Aufnahme in Ihrem Konto liegt, kommen Sie auch am Telefon, am Mac und im Browser daran.
Wie liest man ein Transkript auf einem kleinen Bildschirm?
Wenn Sie eine Aufnahme auf der Uhr öffnen, können Sie den Ton anhören, im Text mitlesen, stumm lesen oder eine Zusammenfassung anfordern. Der gerade gesprochene Text wird Wort für Wort oder Abschnitt für Abschnitt markiert, und mit einem Tipp auf einen Zeitstempel springen Sie genau an diese Stelle in der Aufnahme. Erkennt die Cloud verschiedene Sprechende, stehen deren Bezeichnungen direkt am Text.
Sobald ein Text länger als ein paar Absätze ist, liest es sich am Mac oder im Browser deutlich angenehmer. Nehmen Sie mit der Uhr auf und prüfen Sie kurz, ob die Datei angekommen ist. Namen, Zahlen und Zitate gleichen Sie dann besser an einem großen Bildschirm mit der Aufnahme ab.
Ist die App barrierefrei und welche Sprachen werden unterstützt?
In der Watch-App lassen sich Transkripte auch ganz ohne Ton lesen. Das hilft gehörlosen und schwerhörigen Menschen genauso wie allen, die Texte einfach lieber lesen. Alle Bedienelemente haben VoiceOver-Beschriftungen, die Schriftgröße richtet sich nach Ihren Systemeinstellungen, und die Oberfläche gibt es im hellen wie im dunklen Modus.
Die Oberfläche der App gibt es auf Englisch, Hebräisch, Arabisch, Spanisch, Französisch, Russisch und Deutsch, für Hebräisch und Arabisch auch komplett im Rechts-nach-links-Layout. Welche Sprache die App anzeigt, stellen Sie in der App selbst ein, unabhängig von der Systemsprache der Uhr. Die Cloud-Transkription versteht über 100 Sprachen.
Welche Einschränkungen gilt es zu beachten?
Watch Recorder zeigt keine Live-Untertitel an und transkribiert auch nicht in Echtzeit auf der Uhr. Die App hört niemals passiv im Hintergrund mit; jede Aufnahme läuft nur, wenn Sie sie selbst starten. Entwickelt wurde die App ausschließlich für die Apple Watch. Für Android-Smartwatches gibt es bisher noch keine Version.
Automatisierte Transkriptionen weisen gelegentlich Fehler auf, insbesondere in lauten Umgebungen oder bei unbekannten Namen und Zahlen. Überprüfen Sie daher grundsätzlich jeden Text, auf den Sie sich verlassen müssen. Wenn Sie andere Personen aufnehmen, informieren Sie diese vorab. Die rechtlichen Bestimmungen für Tonaufnahmen variieren je nach Rechtsordnung und Kontext, und in bestimmten Bereichen, wie etwa bei Prüfungen oder an speziellen Arbeitsplätzen, sind Aufzeichnungen gänzlich untersagt.
Häufige Fragen
Muss mein iPhone in der Nähe sein, um mit der Uhr aufzunehmen?
Nein. Die App auf der Uhr läuft für sich allein und lädt Dateien über das eigene WLAN oder Mobilfunknetz der Uhr hoch.
Transkribiert die Uhr die Audiodaten direkt auf dem Gerät?
Nein. Die Uhr nimmt auf und spielt ab. Transkribiert wird in der Cloud über Ihr KolWrite-Konto. Dafür brauchen Sie eine Internetverbindung, einen aktiven Tarif und freies Guthaben.
Kann ich auch ohne Netzwerkverbindung aufnehmen?
Ja, aufnehmen können Sie komplett offline. Sobald die Uhr wieder im Netz ist, wird die Audiodatei hochgeladen und transkribiert.
Ist die App für die Apple Watch bereits verfügbar?
Ja. KolWrite Watch Recorder gibt es im App Store für die Apple Watch ab watchOS 10. Eine Version für Android-Uhren gibt es noch nicht.
Hört die Uhr dauerhaft mit?
Nein. Die Uhr nimmt nur auf, wenn Sie die Aufnahme selbst starten. Sie hört nicht im Hintergrund mit und zeigt auch keine Live-Untertitel an.
